NOSTALGIE
09.2020
München ohne Wiesn ist seltsam. Aber gleichzeitig wurde ein zentraler Stadtraum temporär funktionslos und zugleich verfügbar.
Die Stadt München nutzte die Theresienwiese als flexible Ausweichfläche für alternative Formate wie „Sommer in der Stadt“ und parallel wurde sie als Großraum für Versammlungen und Demonstrationen eingesetzt. Dimension und infrastrukturelle Erschließung ermöglichten die Steuerung von vielen Besuchern unter pandemischen Bedingungen.
Die Theresienwiese wandelte sich von einem monofunktionalen Eventraum zu einem multifunktionalen Raum. Aus architektonischer und stadtplanerischer Perspektive zeigt sich hier eine zentrale Qualität von Freiräumen. Die Pandemie macht sichtbar, dass urbane Infrastrukturen nicht nur für ihre Primärnutzung entworfen werden sollten, sondern als adaptive und multifunktionale Systeme, die auf unvorhersehbare Anforderungen reagieren können.