SCHULBAUMESSE

05.2025

Wie lernen wir heute und welche Räume braucht Lernen morgen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Vortrag Individualität in der Schullandschaft den ich im Rahmen der Schulbaumesse 2015 für das Büro Behnisch Architekten gehalten habe. Tatsächlich hat sich an der Fragestellung bis heute wenig verändert, außer dass die Themen aktueller und drängender denn je sind. 

Schule und Bildung befinden sich seit jeher im Wandel. Pädagogische Konzepte verändern sich, gesellschaftliche Anforderungen wachsen und auch Lernformen unterliegen Entwicklungen und Moden. Gleichzeitig bleibt eine Erkenntnis zentral: Lernen ist individuell. Es entsteht durch Motivation, Kommunikation, Beziehung und aktive Auseinandersetzung. Lernen bedeutet nicht mehr nur Wissensvermittlung, eine Information ist eine Sprachnachricht an ein KI-Tool entfernt, sondern Entscheidungskompetenz und persönliche Entwicklung.

Diese Veränderungen wirken sich auch auf Architektur und Raum aus. Klassische Frontalunterricht wird zunehmend durch flexible Lernformen ergänzt. Ganztagsschulen schaffen neue Anforderungen an Aufenthaltsqualität, Rückzugsorte und Freiflächen auch für das Lehrpersonal. Inklusion, Nachhaltigkeit und die Transformation bestehender Gebäude erweitern zusätzlich den Blick auf Schule als gesellschaftliche Orte.

Schulen sind mehr als Verwahr- und Funktionsarchitektur: sie sind Teil des öffentlichen Lebens, des Stadtraums und einer nachhaltigen und demokratischen Zukunft.

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