Neubau einer Hauswirtschaftsschule am Grünen Zentrum in Landshut-Schönbrunn
Bauherr
Landkreis Landshut, vertreten durch Kreiseigenen Hochbau
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Leistung
LPH 1-2, div. Besondere Leistungen
Grösse
BGF 1.000m²
Zeitraum
12.2021 - 04.2025
Beteiligte
Barbara Brenner, lab landschaftsarchitektur brenner PartG mbB, Birgit Rottenfusser, Sarah Schubert und Dr. Norbert Burger, BBI INGENIEURE GMBH & Stefan Holst und Martin Engelhardt, Transsolar GmbH
Das Grüne Zentrum in Landshut-Schönbrunn wird sich in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Ort für Verwaltung, Beratung und Bildung im land- und hauswirtschaftlichen Kontext entwickeln. Mit den Neubauten des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie des Bayerischen Bauernverbandes verfolgt der Standort das Ziel, Kompetenzen zu bündeln und den Austausch zwischen Ausbildung, Praxis und Verwaltung zu stärken. Innerhalb dieses Gefüges übernimmt die neue Hauswirtschaftsschule eine prägende Rolle: Sie unterstützt die berufliche Bildung im ländlichen Raum und macht die gesellschaftliche Bedeutung moderner Hauswirtschaft sichtbar.
Die planerische Grundlage entstand 2018 mit dem Bebauungsplan Ochsenau. Das Grüne Zentrum ist als langfristig entwicklungsfähiger Standort angelegt und soll künftig um weitere Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen ergänzt werden. Die Hauswirtschaftsschule bildet den westlichen Auftakt des Areals und vermittelt zwischen Parkplatz, Landschaftsraum und zentralem Grünbereich.
Die Schule ist für bis zu dreißig Teilnehmerinnen (und Teilnehmer) pro Kurs ausgelegt. Die Ausbildung erfolgt über zwei Semester mit regelmäßigen Unterrichtstagen, Blockwochen und ergänzenden Lernformaten. Zusätzlich wird das Gebäude für Veranstaltungen, Fortbildungen und externe Nutzungen verwendet. Der eingeschossige Holzbau umfasst rund 1.000m² Bruttogrundfläche: durch die kompakte Organisation in funktionalen Raumgruppen entstehen kurze Wege, flexible Nutzungen und ein wirtschaftlicher Betrieb. Der Verzicht auf ein Untergeschoss reduzierte Bau- und Betriebskosten sowie den konstruktiven Aufwand.
Städtebaulich bildet das langgestreckte Gebäude eine klare Raumkante zum zentralen Grünbereich und begleitet Besucher vom Parkplatz zum Haupteingang des Amtsgebäudes. Der zentrale Freiraum dient zugleich als Aufenthalts-, Lern- und Demonstrationsfläche. Schulgärten, Obstbäume und Biodiversitätsflächen sind Teil des pädagogischen Konzepts und machen nachhaltige Bewirtschaftung praktisch erfahrbar. Große Fassadenöffnungen ermöglichen Einblicke in die Lehrbereiche und stärken die Sichtbarkeit der Ausbildung.
Die innere Organisation folgt einer klaren funktionalen Struktur. Vom überdachten Eingangsbereich gelangt man in ein zentrales Foyer mit Verteilerfunktion. Daran schließen Mensa, Lehrküche und Fachräume an. Die Mensa dient zusätzlich als Veranstaltungsraum und öffnet sich zur Terrasse und zum Obstgarten. Die Lehrküche bildet das Zentrum der praktischen Ausbildung. Fachräume für Textil-, Haus- und Gartenarbeit wurden in Themenbereiche zusammengefasst und multifunktional nutzbar gestaltet. Dadurch konnten großzügigere und flexiblere Räume geschaffen werden. Überdachte Außenarbeitsbereiche ergänzen die praktische Ausbildung im Freien. Der Lehrsaal orientiert sich zum Grünen Zentrum und unterstützt die offene Struktur des Gebäudes.
Der Neubau soll als ressourcenschonender Holzbau mit extensiv begrüntem Dach und Photovoltaikanlage realisiert werden. Die Energieversorgung erfolgt über eine Grundwasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung und passiver Kühlung. Die Photovoltaikanlage erzeugt bilanziell mehr Energie, als das Gebäude benötigt. Dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung sind nur in den notwendigen Räumen geplant und arbeiten bedarfsgesteuert. Die restlichen Räume werden über eine manuell öffenbare Fenster belüftet. Regenwasser wird gesammelt und zur Bewässerung der Außenanlagen genutzt. Das Gründach verbessert das Mikroklima und unterstützt die Regenrückhaltung.
Die Freianlagen sind integraler Bestandteil des Nutzungskonzepts: Schulgärten, Anbauflächen, Obstbäume und naturnahe Hecken dienen als Lernorte und fördern die Biodiversität.
Die Planung entstand in enger Abstimmung zwischen Ministerium, Bauherrschaft und Nutzerinnen. Ziel war ein wirtschaftlicher, flexibler und langfristig entwicklungsfähiger Bildungsbau. Die modulare Struktur ermöglicht spätere Erweiterungen in der Länge und durch ein zusätzliches Geschoss. Synergien mit den Einrichtungen des Grünen Zentrums erlauben zudem die gemeinsame Nutzung von Besprechungs- und Nebenräumen.
Mit der Hauswirtschaftsschule entstand ein Bildungsbau, der Ausbildung, nachhaltige Bauweise und landschaftliche Einbindung miteinander verbindet und den Standort Landshut-Schönbrunn langfristig stärkt.
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