Leben. Lernen. Lehren.
Erweiterung einer Haupt- und Realschule in Twistringen
Bauherr
Landkreis Diepholz
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Verfahren
Nichtoffener Realisierungswettbewerb / 1. Runde
Grösse
BGF 3.000m²
Zeitraum
06.2019
Beteiligte
Barbara Brenner und Christoph Brenner, lab landschaftsarchitektur brenner, Michael Wengert und Ferdinand Matthes, Pfeil & Koch Ingenieurgesellschaft & Grischa Fischer, StudioHomeTown
Im Sinne des Mottos `Schule weiter denken´ haben wir die vorgefundene Struktur der Haupt- und Realschule weitergebaut und ein neues Ensemble geformt. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten das Grundstück zu betreten, treten unterschiedliche Personenströme auf. An der gedachten Nord-Süd-Achse zwischen den Hauptstraßen in Twistringen und zwischen den wichtigen Zugangspunkten der Bestandsschule und -sporthalle wurden die Bewegungsströme konzentriert und ein neues Zentrum geschaffen.
Die bestehende Baumstruktur spendet Schatten und schütz vor allzu viel Regenwetter. Die Idee des natürlichen Layer haben wir übernommen und eine verbindende und integrierende Konstruktion entworfen, die als multifunktionales Forum `alt´ und `neu´ verbindet. Das neue Forum umspielt die neuen Bausteine Mensa und Schulgebäude, begegnet aber auch den bestehenden Gebäuden mit Respekt und hält Abstand. Die bunte Struktur ist klar die neue Adresse, der neue Treffpunkt und leitet und führt ganz selbstverständlich zu den eigentlichen Haupteingängen der einzelnen Gebäudeteile.
Der Neubau der Schule ist zweigeschossig geplant, der Mensabau als eingeschossiges Bauwerk. Die drei neuen Bausteine verfügen über wohl proportionierte Abmessungen und vermitteln zwischen den selbstbewussten bestehenden Strukturen der Sporthalle und Schule und den kleinräumlichen heterogenen nachbarschaftlichen Strukturen vor Ort.
Alle Bausteine aus Bestand und Neubau ergeben zusammen einen Campus, welcher in der Zukunft weitergedacht werden kann.
Vom neuen Forum aus betritt man die transparente Mensa. Der Raum ist offen und luftig gestaltet und kann auch für kleinere Veranstaltungen genutzt werden. Eine Terrasse, die in das Forum integriert ist, ist der Mensa vorgelagert. Anlieferung und Technik werden von Westen her angedient, die Küche mit Neben- und Sanitärräumen, sowie die Lüftungstechnik sind smart in den eingeschossigen Baukörper integriert.
Das eigentliche Schulgebäude wird ebenfalls über das Forum erschlossen. Der Eingangsbereich ist als gedeckte Weiterführung des Forums geplant, von der man einfach links und rechts die jeweilige Lernzone erschließt. Die beiden Zonen des Gebäudes sind funktional und wirtschaftlich als zweihüftige Anlage, mit gleichwertigen Funktionsräumen auf beiden Seiten geplant.
Im Erdgeschoss liegt im Westen das Cluster 1, welche die Fachbereiche Kunst und Werken nach Norden mit diffusem Tageslicht abbildet, sowie nach Süden den Bereich der Hauswirtschaft mit vorgelagertem Außenbereich. Im Osten sind die Räume für den Hausmeister, der Kiosk mit Kakaoluke nach drinnen und draußen, sowie die Verwaltungsräume in Richtung Pausenhof geplant. Im Süden liegen die Archivräume, welche in Zukunft auch optional als Lehr- und Lernraum, Sozialraum für Lehrpersonal oder für externe Nutzungen umgedacht werden können.
Die Mittelzone, der Flur dient als Kommunikationszone und als Erschließung für der Obergeschosse. Die Treppen sitzen auf Podesten, welche als Sitzanlage oder als kleine Bühne benutzt, werden können. Oben angekommen landet man im Herzstück der Cluster: zu beiden Seiten dieser Zone gliedern sich die typischen Lern- und Lehrräume in der gewünschten Anordnung an. Zwischen den Lehr- und Lernräume sind immer die Neben-, Gruppen- oder Inklusionsräume angeordnet, jedem Cluster ist ein eigener WC-Block zugeordnet. Die Cluster können mit unterschiedlichsten Lern- und Lehrmethoden bespielt werden.