Baumspielplatz
Neubau einer Kindertagesstätte in Husum


Bauherr

Stadt Husum

Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft

Verfahren

Offener einstufiger hochbaulicher Realisierungwettbewerb / 2. Runde

Grösse

BGF 2.120m²

Zeitraum 

06.2019

Beteiligte

Georg Brennecke, DailySpace &Uwe Neubauer, uweneubauer.landschaftsarchitektur

Auf einem Parkplatzgrundstück mitten im Entwicklungsgebiet „Erweiterung Kreishaus und Klinikum Nordfriesland“ soll an zentraler Lage in Husum eine neue Kindertageseinrichtung für 120 Kinder entstehen. Das Grundstück ist Teil des übergeordneten, neuen Campus-Gedanken vor Ort und optimal an die nord-süd-orientierten Fuß- und Fahrradverbindungen in Husum angeschlossen.

Das zur Verfügung stehende Grundstück scheint auf den ersten Blick zu klein für die gestellte Bauaufgabe: neben Parken, Gebäude, Außenanlagen, Regenwasserversickerung ist zudem eine gewachsene Baumstruktur vorhanden. Es wird deswegen ein teilweise 2´geschossiger Baukörper ohne Unterkellerung vorgeschlagen, der sich gut in den vorhandenen Baumbestand einfügt und elegant mit dem Zuschnitt des ausgewiesenen Grundstückes umgeht. Die Bauabschnitte sind als Einzelbaukörper erkennbar und über den Nebeneingang Richtung Parkplatz miteinander verbunden.

Man betritt das neue Gebäude großzügigen, tageslicht-durchfluteten, teilweise 2-geschossigen Foyerraum mit direktem Durchgang zu den Außenanlagen. Vom Foyer aus gelangt man in die eigentlichen privaten Bereiche der Kita. Der Eingangsbereich eignet sich hervorragend für gemeinschaftliche Nutzungen, als Treffpunkt für gruppenübergreifende Aktionen und als Schlechtwetterspielort. Im Obergeschoss können sich die Eltern während der Eingewöhnungsphase zurückziehen - nicht sichtbar für die Kinder, aber vor Ort.

Das Gebäude ist funktional und wirtschaftlich als zweihüftige Anlage, mit Gruppen- und zugehörigen Nebenräumen auf der einen, sowie und Verwaltungs- und Gemeinschaftsräumen auf der anderen Seite, geplant. Ein Aufzug und ein Fluchttreppenhaus erschließen das Obergeschoss des Baukörpers barrierefrei.

Die modular aufgebauten Gruppenräume orientieren sich Richtung Osten zur Morgensonne mit direktem Blick ins Grüne oder Zugang zum Baumspielplatz. Es entsteht eine freundliche Innenwelt, die Erschließungsbereiche werden zum Erlebnis- und Gemeinschaftsraum. Jedem Gruppenraum ist eine eigene Zone zugeordnet - ein Ort, der als Filter zwischen der offenen Gemeinschaftswelt und der Privatheit der Gruppen agiert. Im Gruppenraum selbst ist eine Koje als erhöhtes Möbel integriert, die ein ungestörtes Spiel mit kindgerechter Ausstattung ermöglicht.

Durch die 2-Geschossigkeit des Gebäudes können die pädagogischen Außenanlagen großzügig gestaltet werden, der schöne alte Baumbestand ist Teil des Gartenkonzepts - der Außenbereich wird der neue Baumspielplatz, der den Kindern einen beschützten Raum mit ganz unterschiedlichen Themenbereichen bietet. Direkt anliegend an das Gebäude ist eine übersichtliche Vorzone, die sich wie ein Teppich aus den Gruppenräumen ergießt. Eine Rennstrecke aus bunten Tartanbelag verbindet den Bereich der Terrasse mit den naturnahen Flächen. Die Topographie des Gartens ist teilweise modelliert - kann kraxelnd, purzelnd oder rutschend genutzt werden und fördert so die Körpererfahrung der Kinder. Gehölzgruppen bieten Schatten, Verstecke und die Möglichkeit, die Jahreszeiten zu erleben. Flächen unterschiedlicher Materialität ermöglichen differenzierte Nutzungen und sinnliche Erfahrungen. Für jeder Kindergruppe wird eine eigene Sandkiste geplant, eine eigene Anlaufstation im luftigen Baumspielgarten.