Der KinderGarten
Neubau KITA Moorstücken in Bad Bramstedt
Bauherr
Stadt Bad Bramstedt, Die Bürgermeisterin
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Verfahren
Nichtoffener Realisierungswettbewerb / 2. Platz
Grösse
BGF 1.500m²
Zeitraum
03.2021
Beteiligte
Dominik Nocon und Georg Brennecke, DailySpace & Uwe Neubauer, uweneubauer.landschaftsarchitektur
Die neue Kindertagesstätte Moorstücken wird als identitätsstiftender Baustein im entstehenden Quartier südlich der Bimöhler Straße in Bad Bramstedt konzipiert. Der Neubau greift die städtebaulichen Kanten der Umgebung auf und führt sie konsequent fort. Gemeinsam mit den benachbarten Gebäuden formuliert er das Quartierszentrum und definiert den Straßenraum entlang der Haupterschließung bis zum Brunnenweg. Die klare, orthogonale Kubatur und die gestaffelte Zweigeschossigkeit verleihen dem Gebäude eine ruhige, selbstbewusste Präsenz im neuen Wohngebiet.
Die Architektur folgt einer eindeutig strukturierten und gestapelten Organisation. Im Erdgeschoss sind die Krippengruppen angeordnet, während die Gruppen der älteren Kinder im Obergeschoss untergebracht sind. Diese vertikale Schichtung schafft Übersichtlichkeit, kurze Wege und eine klare Zuordnung der Nutzungen. Trotz der festen Organisation bleiben alle Gruppenraummodule flexibel nutzbar. Ein markanter Rücksprung im Baukörper betont den Haupteingang und führt in ein zentrales Foyer, das als Verteiler und Begegnungsraum fungiert. Von hier aus sind sowohl die Innenräume als auch die Außenanlagen unmittelbar erlebbar.
Das zentrale Entwurfsthema ist der geschützte Innenbereich. Der zweigeschossige Baukörper schirmt die Außenräume gezielt gegenüber der Nord-Süd-Wegeverbindung ab und schafft im Inneren einen ruhigen, klar gefassten Gartenraum. Alle Gruppenräume orientieren sich nach Osten oder Süden und öffnen sich mit großformatigen Verglasungen zum Innenhof oder zu den angrenzenden Gärten. Dadurch entsteht ein hoher Tageslichteintrag bei gleichzeitiger Abkehr von Verkehr und Umgebungseinflüssen. Rücksprünge, Pergolen und Laubengänge übernehmen konstruktiven Sonnenschutz und verstärken den Charakter des beschützten Spielortes.
Die Landschaftsplanung ergänzt die Architektur um drei differenzierte, jedoch miteinander verknüpfte Außenräume. Der südliche Innenhof ist als klar gefasster Garten mit umlaufender Pergola gestaltet und bietet insbesondere für die jüngeren Kinder einen überschaubaren, ruhigen Aufenthaltsbereich. Der nördlich gelegene Garten öffnet sich großzügiger und ermöglicht den älteren Kindern vielfältige Bewegungs- und Spielangebote in einer lebendigen Topografie. Ergänzt wird das Freiraumkonzept durch einen Dachgarten im Obergeschoss, der als Lern- und Nutzgarten angelegt ist und Naturerfahrung, Forschen und gemeinschaftliches Tun fördert.
Hecken, Bäume und Einfriedungen verstärken den Eindruck von Schutz und Geborgenheit, ohne den Außenraum abzuschließen. Extensive Dachbegrünungen tragen zusätzlich zur ökologischen Qualität und zum Mikroklima bei.
Insgesamt entsteht eine klar strukturierte, gestapelte Architektur, die Innen und Außen eng miteinander verzahnt und einen geschützten, kindgerechten Garten als Herzstück der Kindertagesstätte ausbildet.