Die Bürgerpassage
Neubau Landratsamt Landshut in Essenbach


Bauherr

Landkreis Landshut

Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft

Verfahren

Nichtoffener Realisierungswettbewerb / 2. Runde

Grösse

BGF 24.250m², ohne Parkhaus

Zeitraum 

07.2019

Beteiligte

Georg Brennecke und Dominik Nocon, daily space, Uwe Neubauer, uweneubauer.landschaftsarchitektur & Stefan Holst und Diego Romero, Transsolar Energietechnik GmbH 

Ein Haus für den ganzen Landkreis

Oberstes Ziel bei der Entwicklung des neuen Landratsamts Landshut war es eine kommunikative, moderne und angenehme Arbeitsumgebung für alle Mitarbeiterinnen zu schaffen und dabei ein Haus zu kreieren, in dem sich die Bürgerinnen des gesamten Landkreises willkommen fühlen und schnell alle Services erreichen. 

Das neue Landratsamt am Rande von Essenbach ist ein Gebäude, das sich als Haus des gesamten Landkreises versteht. Über vier Höfe, die sich in alle Himmelsrichtungen öffnen lädt es das gesamte Umland ein und schafft so Verknüpfungen über die Grenzen von Essenbach hinaus. Intern garantieren die offenen Höfe optimale Belichtung für alle Arbeitsplätze und Aufenthaltsbereiche und schaffen visuelle Kontakte zwischen den einzelnen Sachgebiete, dadurch wird die Kommunikation zwischen den Abteilungen gestärkt.


Die Bürgerpassage

Die Passage ist der gemeinsame Raum für Bürgerinnen und Mitarbeiterinnen, sowie der Auftakt für einen Besuch im neuen Landratsamt. Sie ermöglicht eine öffentliche Durchwegung und vernetzt die einzelnen Abteilungen untereinander. Klar definierte Eingangszonen zu den Sachgebieten orientieren sich zu diesem kommunikativen Raum und schaffen eigene Adressen der Abteilungen mit Wartezonen & Sitznischen, direktem Schalterbetrieb und Bürgerinformation. Drei lineare Gebäude bilden einen öffentlichen Zwischenraum, zwei Skulpturale Treppen verbinden die viergeschossige Netzstruktur vertikal. 

Abteilungen mit viel Zulauf wurden im EG und ersten OG angeordnet, Bereiche mit größerer Sensibilität und eingeschränktem Parteienverkehr im zweiten und dritten OG. Durch eine smarte Gliederung in Achsen und Fassade ist das Haus maximal flexibel - Abteilungen können dadurch einfach wachsen oder kleiner werden - die Zukunft ist jetzt.


Organisationsprinzip Landratsamt Essenbach

Das Konzept „Shopping Mall“ ist eine Struktur die zum einen, einen Ort schafft, der als Aufenthaltsort für Menschen angenehm ist, wo diese gerne verweilen und infolgedessen sich austauschen und kommunizieren, zum anderen ein Ort der Informationen so aufbereitet, dass diese auf einfachste Weise - beim Flanieren - aufgenommen werden können.

Im Landratsamt tagt der Kreistag und selbstverständlich ist es der Sitz des Landrats, bzw. der Landrätin. Entscheidungen, die hier getroffen werden, werden auch hier den Bürgerinnen im Detail vorgestellt. Darüber hinaus gibt es eine große Zahl an Ämtern und Services, die für die verschiedenen Belange der Bürgerinnen zur Verfügung stehen. 

Das Konzept der Mall bietet eine simple Möglichkeit die richtige Anlaufstelle zu finden: was wäre, wenn sich ein öffentlicher Bereich, nennen wir ihn die Bürgerpromenade durch das Verwaltungsgebäude zieht. Die einzelnen Ämter und Sachgebiete öffnen sich zu dieser Promenade und haben hier auch die Möglichkeit über Schaufenster und Auslagen ihre Services und auch Erfolge darzustellen. Die Mall würde so zum einen eine einfache, ja intuitive Form der Orientierung bieten, die den Bürgern zusätzlich, beim „Vorbeischlendern“ weitere Informationen ermöglicht, zum anderen gäbe es für den Verwaltungsapparat und nicht zuletzt für die gewählte Vertretung der Bürger die Möglichkeit demokratische Prozesse offenzulegen und zur Diskussion zu stellen. Entscheidungen würden so eine größere Akzeptanz bei den Bewohnerinnen des Kreises erfahren und die Bürgerinnen würden angeregt werden sich einzubringen. Nicht zuletzt sollte ein Landratsamt ein Ort der Diskussion und des Austauschs zwischen Bürgerinnen, aber auch zwischen Bürgerinnen, Verwaltungspersonal und Politik sein.