Ein Dorf für Kinder
Neubau einer 3- bis 4-zügige Grundschule mit Einfachsporthalle und Kinderhort im Osten von Landshut
Bauherr
Stadt Landshut
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Verfahren
Nichtoffener Realisierungswettbewerb / 2. Runde
Grösse
BGF 8.750m²
Zeitraum
06.2018
Beteiligte
Dominik Nocon, DailySpace, Uwe Neubauer, uweneubauer.landschaftsarchitektur, Michael Wengert und Ferdinand Mathes, Pfeil & Koch Ingenieurgesellschaft & Rainer Sonntag, Brandschutz Consulting Giertlova Sonntag Merkt GbR
Durch die selbstverständliche Situierung der fein strukturierten Schule, ablesbar beginnend zwischen den Bäumen am Auftakt zum Grundstück, entstehen einzelne Höfe, die die unterschiedlichen Nutzungen beherbergen. Gefasst werden die Höfe durch die fünf klaren Baukörper des Neubaus, welche sich wiederum um eine kommunikative und offene Mitte - das Schulforum - gruppieren.
Den Auftakt bildet der Zugangshof im Nordosten. Durch die gewählte Ausrichtung der Gebäude wird man direkt durch den Haupteingang in die zweigeschossige Aula geleitet. Diese verteilt die Besucherinnen und Besucher zu den einzelnen Nutzungsbereichen im Erdgeschoss - Bereich Lehrer*innen und Verwaltung, die Sporthalle, schulische Fachbereiche, Mensa, Ganztagsbetreuung und Hort – und die Schüler*innen zu den vier Klassenhäusern im Obergeschoss. Die vorgelagerten Garderoben und Treppenhäuser erzeugen das Gefühl einer eigenen kleinen Schule im Schulverbund, so entsteht das Gefühl eines Dorfes um einen Marktplatz - das Schulforum. Die Zwischenräume der einzelnen Schulhäuser bieten Ausblicke in die Umgebung und ermöglichen somit die Orientierung auf dem Gelände.
Direkt angrenzend an das Foyer öffnet sich als weiterer Baustein der großzügige Pausenhof zum umliegenden Grün mit seinen terrassierten Außenanlagen nach Südosten. Der Pausenhof wurde zoniert und mit verschiedenen Funktionen belegt, die dem Alter der Kinder und verschiedenster Interessen zugutekommen. Die Freisportflächen ergänzen die Außenanlangen und bilden eine durchlässige Grenze zu den schützenswerten Hangleiten der Isar. Durch die gemeinsame Nutzung des Hofes von Schule, Hort und Ganztag entsteht ein kommunikatives Begegnungsort, der ausreichend Platz zum Spielen und Toben, für den Sport und Veranstaltungen im Freien ermöglicht.
Der integrierte, aber autarke Baukörper des Hortes (Modell KoGa) fasst den Vorplatz für die Eltern zu einer angemessenen Größe und schirmt die bestehende Wohnbebauung vom lebhaften Treiben des Pausenhofes ab. Zwischen Sporthalle mit den vorgesetzten Fachateliers für Kunst- und Werkunterricht und dem Ganztagesnest entsteht ein Werkhof mit genügend Raum zum Basteln und Werkeln. Der dritte Hof im Norden ist gegen den Hauptzugang zwischen Mensa und Sporthalle abgeschirmt und dient als Wirtschaftshof: hier kann tagsüber die Schulküche beliefert werden, Haustechnik und Technischer Dienst sind hier untergebracht. Außerhalb der Schulzeit ist hier der separate Zugang in die Sporthalle für externe Nutzerinnen möglich. Der Parkplatz für Lehrer*innen und Besucher*innen schließt direkt an diesen Bereich an.