Schwarzweißzeichnung eines Mannes mit Brille, der auf einem Notizblock schreibt, umgeben von verschiedenen Notizzetteln, einem Stift und einem Smartphone.

Ein Schulbaustein
Neubau Grund- und Mittelschule in Windischeschenbach


Bauherr

Stadt Windischeschenbach

Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft

Verfahren

Nichtoffener Realisierungswettbewerb / 2. Runde

Grösse

BGF 5.000m²

Zeitraum 

11.2021

Beteiligte

NOMAS architekten tauber l török l wiese Part mBB, a2 Landschaftsarchitekten GmbH & Edgar Tautorat

Technische Zeichnung eines Gebäudes mit Fassade, Dach, Klassenraum, Musikraum und Außenbereich, inklusive Pflanzen, Menschen und Beschriftungen auf Deutsch.
Grundriss eines Schulgebäudes mit verschiedenen Bereichen und Außenflächen, inklusive Parkplatz, Fahrradständer und Bäume.
Grundriss eines Gebäudes mit mehreren Räumen, Grünflächen und Bäumen im Freien.

Der Neubau der Grund- und Mittelschule bildet den abschließenden Baustein eines gewachsenen Bildungsstandorts und bietet die Chance, die vorhandene Struktur zu ordnen und zu einer zusammenhängenden, zukunftsfähigen Schullandschaft weiterzuentwickeln. Mehrzweckhalle, Kindergarten, Sport- und Freisportflächen sowie die Wegebeziehungen vor Ort werden in ein übergeordnetes räumliches Gefüge integriert, das sich selbstverständlich in den vorhandenen Baubestand einfügt und zugleich eine klare neue Adresse im Stadtraum formuliert. Der neue Baukörper tritt selbstbewusst im Straßenraum auf, wahrt jedoch durch seine Positionierung und Maßstäblichkeit einen angemessenen Abstand zur umgebenden Wohnbebauung und reagiert sensibel auf Topografie, Lärmbelastung und vorhandenen Baumbestand.

Die neue Schule versteht sich als verbindendes Element eines Campus, der Bildung, Sport und Betreuung zu einem gemeinsamen Ort für die gesamte Schulfamilie zusammenführt. Durch die Staffelung des Ensembles entsteht an der Kreuzung der angrenzenden Straßen ein einladender Auftakt, der als Platzraum die Ankunft organisiert und die unterschiedlichen Nutzungen klar adressiert. Von hier aus verteilen sich Schülerinnen und Schüler barrierefrei zu Schule, Sporthalle und Kindertagesstätte. Das ruhige Bauvolumen schützt die Pausen- und Freiflächen vor Durchwegung und Verkehrseinflüssen und schafft zugleich eine klare Orientierung im Außenraum wie im Gebäude.

Die Freianlagen entwickeln sich als vielfältige Schullandschaft, die Bewegung, Begegnung und Rückzug gleichermaßen ermöglicht. Der zentrale Pausenhof verbindet Schule, Mehrzweckhalle und Sportflächen über eine multifunktionale Fläche, die auch für Veranstaltungen genutzt werden kann und damit den Campus in den Stadtraum öffnet. Aktive Angebote wie Ballspielflächen, Kletter- und Bewegungsangebote sowie informelle Aufenthaltszonen fördern den Ausgleich zum Lernalltag und können perspektivisch auch außerhalb der Schulzeiten von der Öffentlichkeit genutzt werden. Ruhigere Bereiche mit Schulgarten und grünem Klassenzimmer sind terrassiert in die Topografie eingebettet und ermöglichen barrierefreie Wegebeziehungen zwischen Unterricht, Betreuung und Freiraum. Eigenständige Freibereiche für Ganztagsbetreuung und ein geschützter Hof für Lehrkräfte ergänzen das differenzierte Freiraumangebot.

Die Neuordnung der Sportflächen folgt funktionalen und topografischen Kriterien. Bestehende Barrieren werden zurückgebaut, Spielfelder terrassiert in das Gelände eingefügt und durch begrünte Stützelemente landschaftlich eingebunden. Laufbahnen, Allwetterplätze und Rasenspielfeld sind so angeordnet, dass kurze Wege zwischen Umkleiden, Unterricht und Freisport entstehen. Gleichzeitig eröffnen sich Entwicklungsmöglichkeiten für benachbarte Einrichtungen, während zusätzliche Fuß- und Radwege den Campus mit den angrenzenden Wohngebieten verknüpfen und eine sichere, barrierefreie Erreichbarkeit aus allen Richtungen gewährleisten.

Im Inneren setzt sich die klare Struktur der Schullandschaft fort. Das kompakte Gebäude organisiert sich um eine zentrale, mehrgeschossige Aula, die als Herz der Schule fungiert und Begegnung, Kommunikation und Veranstaltungen ermöglicht. Von diesem Zentrum aus erschließen sich die LernCluster der Mittel- und Grundschule, die jeweils um offene Marktplatzbereiche gruppiert sind und eine klare, räumliche Struktur bieten. Die Raumorganisation folgt einem flexiblen Raster, das unterschiedliche Lernformen unterstützt und eine langfristige Anpassungsfähigkeit sicherstellt. Fachräume, Mehrzweckbereiche und musische Nutzungen lassen sich zur gemeinsamen Mitte öffnen und stärken das gemeinschaftliche Leben auf dem Campus.

Die neue Schule vervollständigt den Campus nicht nur funktional, sondern auch atmosphärisch. Als Schlussbaustein verbindet sie bestehende Einrichtungen zu einem kohärenten Ganzen und schafft eine identitätsstiftende Mitte. Die Architektur reagiert sensibel auf Landschaft und Nachbarschaft, während die Freiräume als gemeinsamer Lebensraum für Kinder, Lehrkräfte und Öffentlichkeit gestaltet sind.

Es entsteht eine lebendige Bildungslandschaft, die Lernen, Bewegung und Gemeinschaft in einem zukunftsfähigen Umfeld vereint.