Bedarfsanalyse & Machbarkeitsstudie in Varianten für eine Grundschule mit Sporthalle in Vilsbiburg
Bauherr
Stadt Vilsbiburg, Die Bürgermeisterin
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Leistung
Bedarfsanalyse, Raumprogramm, Pädagogisches Raumkonzept & Machbarkeitsstudie, Begleitung der Entscheidung im Stadtrat
Grösse
0,7ha / BGF 10.000m²
Zeitraum
01.2022 - 05.2022
Beteiligte
Verkehrsplanung gevas Humber und Partner & Küchenplanung IB Bauer und Partner
Im Rahmen der Entscheidungsfindung für die neue Grundschule in Vilsbiburg wurde eine umfassende Studie erarbeitet, die als transparente Grundlage für die öffentliche Diskussion diente. Ziel des Verfahrens war es, gemeinsam mit allen Beteiligten eine zukunftsfähige Lösung für den Schulstandort zu entwickeln. Grundlage dafür waren eine fundierte Bedarfsplanung, ein abgestimmtes Raumprogramm und ein zeitgemäßes pädagogisches Konzept. Entstehen sollte ein Schulstandort, der funktional, städtebaulich und langfristig überzeugt.
Der Planungsprozess begann mit der Bedarfsplanung, in der quantitative und qualitative Anforderungen gleichermaßen betrachtet wurden. Neben der Ermittlung von Schülerzahlen, Flächenbandbreiten und funktionalen Mindestanforderungen standen pädagogische Fragestellungen im Mittelpunkt. Das Raumprogramm wurde nicht als starre Auflistung einzelner Räume verstanden, sondern in Raumgruppen und Zonen übersetzt, die moderne Lernformen unterstützen. Im Zentrum steht das jahrgangsgebundene LernCluster, das sich aus einem klassischen Klassenraum entwickelt hat und flexible Lernumgebungen ermöglicht. Unterschiedliche Raumgrößen, Lichtverhältnisse, akustische Anforderungen und Rückzugsmöglichkeiten schaffen eine differenzierte Lernlandschaft, die sowohl individuelles Arbeiten als auch kooperative Lernformen unterstützt.
Ein weiterer wesentlicher Baustein des pädagogischen Konzepts ist der Ganztag, der künftig verbindliche Anforderungen erfüllen muss. Die räumliche Organisation sieht eine zentrale Raumgruppe im Bereich von Aula, Mensa und Pausenhof vor, ergänzt durch dezentrale Angebote in den Lernclustern. Dadurch entsteht eine enge Verzahnung von Unterricht, Betreuung und Gemeinschaftsleben. Die Schule wird als multifunktionaler Ort verstanden, der über den klassischen Unterricht hinaus flexible Nutzungen ermöglicht und den Anforderungen einer modernen Bildungslandschaft und einer möglichen räumlichen Mehrfachnutzung gerecht wird.
Nach der theoretischen Ausarbeitung wurden verschiedene Grundstücksvarianten untersucht. Ausgangspunkt der Machbarkeitsstudie waren mehrere innerstädtische Standorte sowie ein alternativer Standort im Bereich der städtischen Sportanlagen.
Der gesamte Planungsprozess war von offener Kommunikation und regelmäßigen Präsentationen bei Nutzer*innen, dem Stadtrat und der Öffentlichkeit geprägt. Die Ergebnisse wurden fortlaufend vorgestellt, diskutiert und hinterfragt. So konnten neue Themen. Hinweise aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit unmittelbar geklärt werden und in die weitere Bearbeitung einfließen.
In der Gesamtschau zeigte die Untersuchung, dass eine zukunftsfähige Schulentwicklung nicht allein eine bauliche Aufgabe ist, sondern ein integrativer Prozess, der pädagogische Ziele, städtebauliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Aspekte und gesellschaftliche Erwartungen miteinander verknüpft. Die gemeinsam erarbeitete Entscheidungsgrundlage schafft die Voraussetzung, diesen Prozess verantwortungsvoll fortzuführen und einen Schulstandort zu realisieren, der den Anforderungen kommender Generationen gerecht wird.
An der Machbarkeitsstudie waren seitens der Stadtverwaltung Vilsbiburg das Bauamt, das Amt für Kinder & Kultur und die Kämmerei beteiligt, ebenso der Stadtrat Vilsbiburg und die Regierung von Niederbayern.