Machbarkeitsstudie & Grundstücksbewertung SchulCampus Freiham ll NORD, München-Freiham
Grund- und Mittelschule, Sporthallen mit Tief- und Quartiersgaragen, sowie mehrerer Häuser für Kinder
Bauherr
Landeshauptstadt München
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Leistung
Projektentwicklung: Grund- und Mittelschule, Sporthallen, Haus für Kinder & Stadtplanung
Grösse
3,65ha / BGF 15.000m² - 18.000m²
Zeitraum
10.2019 - 05.2020
Gegenstand der vorliegenden Machbarkeitsstudie ist die Überprüfung, ob die vorgesehenen Bildungs- und Sportnutzungen innerhalb der verfügbaren Baufelder in Freiham Nord II realisiert werden können. Grundlage der Untersuchung bilden städtebauliche Flächenlayouts in Form von abstrahierten Footprints, mit denen geprüft wird, ob die Kombination mehrerer Baufelder ausreichend dimensioniert ist, um eine fünfzügige Grundschule mit zweifacher Sporthalle, eine fünfzügige Mittelschule mit dreifacher Sporthalle, die zugehörigen Freisportflächen sowie zwei Häuser für Kinder im System 3-3-0 aufzunehmen. Ausgangspunkt der Überarbeitung ist die bestehende städtebauliche Rahmenplanung von Hild und K, Sergison Bates, von Ballmoos Krucker und Studio Vulkan, deren Prinzipien und räumliche Logik ausdrücklich fortgeschrieben werden sollen.
Die Notwendigkeit der Machbarkeitsstudie ergibt sich aus mehreren Rahmenbedingungen. Zum einen sind die Eigentumsverhältnisse einzelner Grundstücke noch nicht abschließend geklärt. Zum anderen schränkt ein bestehender Autobahnzubringer eines der Baufelder erheblich ein; dieser kann erst zu einem späteren Zeitraum verlegt werden. Aufgabe der Untersuchung ist es daher, die pädagogischen Nutzungen zunächst auf den aktuell verfügbaren Flächen unterzubringen und zugleich Entwicklungsperspektiven für spätere Ausbaustufen aufzuzeigen.
Der neue Stadtteil Freiham ist als lernender Stadtbaustein konzipiert und stellt hohe Anforderungen an Robustheit, Flexibilität und räumliche Qualität. Die Rahmenplanung basiert auf einer klaren Gliederung in polygonale Baufelder, deren Zwischenräume als Abfolge urbaner Plätze und öffentlicher Räume ausgebildet sind. Diese Raumfolgen schaffen Identität, Orientierung und nachbarschaftliche Treffpunkte. Gleichzeitig entsteht durch die konsequent geführten Gebäudekanten eine zusammenhängende städtische Struktur, die durch gezielte Einschnitte und Durchgänge aufgelockert wird. Gebäudehöhen und Setzungen variieren bewusst, um Dichte mit Vielfalt zu verbinden und markante Orte innerhalb des Quartiers auszubilden.
Die Bildungsbauten sind integraler Bestandteil dieser Struktur. Ihre Eingänge orientieren sich zu öffentlichen Plätzen und fördern den sozialen Austausch im Quartier. Die Außenbereiche der Schulen öffnen sich zu den angrenzenden Grünräumen und Landschaftsstrukturen und werden als pädagogisch nutzbare Freiräume verstanden. Die übergeordnete grüne Struktur Freihams, insbesondere die Grünfinger zwischen Landschaftspark und Quartier, wird in die Planung einbezogen und durchlässig gehalten. Wegebeziehungen für Fuß- und Radverkehr bilden ein durchgängiges Netz und stellen die Verbindung zwischen Bildungsstandorten, Wohnquartieren und Freiräumen sicher.
Die Machbarkeitsstudie folgt einem schrittweisen Vorgehen. In einem ersten Schritt wurden unterschiedliche Belegungsvarianten der Baufelder untersucht, einschließlich möglichem Tausch von Grundstücken und veränderter Zuordnungen der Schularten. Ziel war es, funktionale Synergien, angemessene Weglängen, klare Erschließungssituationen und eine sinnvolle Zuordnung von Sportflächen und pädagogischen Außenräumen sicherzustellen. Gleichzeitig wurden städtebauliche Kriterien wie Blockrandbildung, Höhenentwicklung und Abstandsflächen überprüft sowie verkehrliche Aspekte wie Hol- und Bringzonen, Fahrradparken, Anlieferung und ruhender Verkehr berücksichtigt. In einem weiteren Schritt wurde das Raumprogramm reduziert und erneut überprüft, ob die verbleibenden Nutzungen unter den bestehenden Einschränkungen, insbesondere durch den temporären Autobahnzubringer, realisierbar sind. Ergänzend wurde untersucht, inwieweit eine teilweise Verlegung dieser Verkehrsinfrastruktur neue Spielräume eröffnet. In einem abschließenden Entwicklungsschritt wurde schließlich die Zusammenlegung von Baufeldern und die Integration einer ehemaligen Quartiersstraße betrachtet, um einen zusammenhängenden Schul- und Sportcampus zu ermöglichen. Dabei wurde zwischen einem ersten Bauabschnitt mit den Hochbauten und einem nachfolgenden Bauabschnitt für die Freisportanlagen unterschieden.
Die Machbarkeitsstudie versteht sich als belastbare Grundlage für die weitere Planung in Freiham. Sie zeigt, wie die komplexen Anforderungen an Bildung, Sport, Städtebau und Freiraum schrittweise zusammengeführt werden können und wie aus einem städtebaulichen Rahmen ein räumlich schlüssiger Bildungsstandort entsteht.
Neben dem Baureferat und dem Referat für Bildung und Sport waren seitens der Landeshauptstadt München das Referat für Stadtplanung und Bauordnung und die Lokalbaukommission in die Studie involviert. Es fanden mehrere Workshops in Zusammenarbeit mit Hild und K, Sergison Bates, von Ballmoos Krucker und Studio Vulkan statt.