Schule weiter denken
Neubau Neue Schule Esslingen - Elisabeth-Selbert-Realschule
Bauherr
Städtische Gebäude Esslingen
Öffentlicher Auftraggeber / Bauen für die Gemeinschaft
Verfahren
Verhandlungsverfahren mit integriertem Planungswettbewerb / 1. Runde
Grösse
BGF 6.000m²
Zeitraum
07.2020
Am Rand des Stadtteils Pliensauvorstadt in Esslingen entsteht die Neue Schule Esslingen als dreizügige Realschule mit einer offener Ganztagsform. Das Grundstück liegt zwischen Wohnen und Gewerbe und wird im Süden und Westen von der Freien Waldorfschule gefasst. Zusammen bilden beide Schulen eine gemeinsame Lernlandschaft, die den Schulstandort langfristig stärkt. Der bestehende, baulich mangelhafte Klassentrakt wird zurückgebaut, während der sanierte Nordbau in das neue Ensemble integriert und durch drei neue Klassenhäuser ergänzt wird.
Unter dem Leitmotiv `Schule weiter denken´ wird die vorhandene Struktur nicht ersetzt, sondern weiterentwickelt. Neubau und Bestand werden durch eine Schulstraße miteinander verbunden, die als zentrales räumliches und funktionales Rückgrat dient. Sie bündelt die unterschiedlichen Zugänge und Bewegungsströme, verbindet Alt und Neu und fungiert als neue Adresse der Schule. Als offener, transparenter Raum ist sie Treffpunkt, Orientierungsraum und Kommunikationszone zugleich und erschließt alle Gebäudeteile barrierefrei sowie die angrenzenden Höfe.
Die drei neuen Klassenhäuser sind als eigenständige, dreigeschossige Baukörper konzipiert und vermitteln in Maßstab und Proportion zwischen dem Bestand und der benachbarten Waldorfschule. Gemeinsam mit dem Bestandsgebäude formen sie ein schulisches Ensemble, das flexible Nutzungen und zukünftige Anpassungen erlaubt. Die Zwischenräume sind dabei ebenso wichtig wie die Gebäude selbst: Eingangshof, Pausenhof, Werkhof und Gartenbereiche strukturieren das Gelände und schaffen differenzierte Aufenthalts- und Lernorte.
Die Landschaftsplanung folgt dem Gedanken einer durchgängigen, ebenerdigen Lernlandschaft, die auch durch die Schulstraße hindurch erlebbar ist. Unterschiedliche Themenräume wechseln sich ab: Aktivinseln für Sport und Bewegung, Ruhebereiche für Rückzug sowie kreative Zonen. Die Mensa erhält eine Terrasse als erweiterten Aufenthaltsraum. Ein gemeinsamer Schulgarten an der südlichen Grundstücksgrenze verbindet die Neue Schule mit der Waldorfschule und wird inklusiv von allen Schülerinnen und Schülern genutzt - für Unterricht, Kochen und gemeinsames Lernen.
Der vorhandene Baumbestand wird bewusst erhalten und bildet eine weiche Grenze zwischen öffentlichem und schulischem Außenraum. Ergänzende Baumpflanzungen und artenreiche Wiesenflächen fördern Biodiversität, spenden Schatten und verbessern das Mikroklima. Verkehrsflächen werden klar organisiert: ein sicherer, kreuzungsfreier Ankommensbereich mit Kiss-and-Ride-Zone, Busanbindung sowie großzügigen Fahrradabstellplätzen stärkt die eigenständige Mobilität der Schülerinnen.
Insgesamt entsteht eine Schule, die nicht als einzelnes Gebäude, sondern als vernetztes System aus Klassenhäusern, Schulstraße und Landschaft gedacht ist - offen, kommunikativ und zukunftsfähig.